Wenn ein Zahn fehlt, ist die Zahnbrücke seit Jahrzehnten die bewährteste festsitzende Lösung. Doch Brücke ist nicht gleich Brücke: Je nachdem, wo die Lücke liegt, wie viele Zähne fehlen und wie die Nachbarzähne beschaffen sind, kommen ganz unterschiedliche Brückenarten zum Einsatz. Als Dentallabor fertigen wir alle davon täglich. Hier erklären wir die wichtigsten Arten mit Bildern, damit Sie im Gespräch mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt genau wissen, worum es geht.
Wie funktioniert eine Zahnbrücke?
Das Prinzip ist bei allen Arten gleich: Die Brücke überspannt die Zahnlücke und stützt sich dabei auf benachbarte Zähne oder Implantate, die sogenannten Pfeiler. Auf den Pfeilern sitzen Kronen, dazwischen hängt das Brückenglied, das den fehlenden Zahn ersetzt. Einmal fest eingesetzt, fühlt sich die Brücke an wie eigene Zähne.
Die Endpfeilerbrücke: der Klassiker
Die Endpfeilerbrücke, auch Schaltbrücke genannt, ist die häufigste Brückenart. Sie ruht auf je einem überkronten Pfeilerzahn vor und hinter der Lücke und kann einen bis vier fehlende Zähne ersetzen. Voraussetzung sind stabile, gesunde Pfeilerzähne auf beiden Seiten. Diese Art gilt als Regelversorgung, die Krankenkasse zahlt also den vollen Festzuschuss dazu.

Die Freiendbrücke: wenn hinter der Lücke nichts mehr kommt
Fehlt der letzte Zahn in der Reihe, gibt es hinter der Lücke keinen Pfeiler mehr. Die Freiendbrücke löst das, indem sie sich auf zwei Pfeilerzähne auf einer Seite stützt und das Brückenglied frei über die Lücke ragt. Das funktioniert gut bei kleinen Lücken am Ende der Zahnreihe, belastet die Pfeiler aber stärker als eine Endpfeilerbrücke. Deshalb wird sie meist nur für einen einzelnen fehlenden Zahn eingesetzt.

Die Marylandbrücke: die schonende Klebebrücke
Die Marylandbrücke kommt ganz ohne Beschleifen aus. Statt Kronen hat sie dünne Metall- oder Keramikflügel, die an die Rückseite der Nachbarzähne geklebt werden. Das schont die gesunde Zahnsubstanz, hält aber weniger stark als eine klassische Brücke. Ihr Haupteinsatzgebiet ist der Frontzahnbereich, besonders bei jugendlichen Patienten, bei denen ein Implantat noch nicht möglich ist.

Die Brücke auf Implantaten: ohne Beschleifen der Nachbarzähne
Sind keine geeigneten Pfeilerzähne vorhanden oder sollen die Nachbarzähne nicht beschliffen werden, übernehmen Implantate die Pfeilerfunktion. Zwei künstliche Zahnwurzeln tragen dann die Brücke, so lassen sich auch größere Lücken fest versorgen, ohne einen einzigen gesunden Zahn anzutasten. Der Preis dafür: eine Operation, Einheilzeit und deutlich höhere Kosten, denn Implantate sind keine Regelversorgung.

Welches Material ist das richtige?
Bei jeder Brückenart haben Sie die Wahl zwischen mehreren Materialien. Die robuste Metallbrücke ist die günstigste Lösung für den unsichtbaren Backenzahnbereich. Die verblendete Metallkeramikbrücke kombiniert Stabilität mit zahnfarbener Optik und ist der bewährte Standard. Vollkeramik- und Zirkonbrücken sind metallfrei, biokompatibel und ästhetisch erste Wahl im sichtbaren Bereich. Was die einzelnen Varianten kosten und wie hoch Ihr Eigenanteil ausfällt, zeigt unsere Übersicht auf der Zahnbrücken-Seite.
Welche Brücke passt zu wem?
Als Faustregel: Stehen beidseits der Lücke gesunde, stabile Zähne, ist die Endpfeilerbrücke die wirtschaftlichste Lösung. Fehlt der hinterste Zahn, kommt die Freiendbrücke ins Spiel. Bei jungen Patienten mit Frontzahnlücke ist die Marylandbrücke oft die schonendste Wahl. Und wer gesunde Nachbarzähne nicht beschleifen lassen möchte, sollte die implantatgetragene Brücke prüfen. Die endgültige Empfehlung gehört in die Hände Ihres Zahnarztes, denn Befund, Knochen und Zahnfleisch entscheiden mit.
Häufige Fragen zu Zahnbrücken-Arten
Was ist der Unterschied zwischen Schaltbrücke und Freiendbrücke?
Die Schaltbrücke (Endpfeilerbrücke) hat Pfeiler auf beiden Seiten der Lücke, die Freiendbrücke nur auf einer Seite. Deshalb ist die Schaltbrücke stabiler und die Regelversorgung.
Welche Zahnbrücke ist die beste?
Die, die zu Ihrem Befund passt. Für die meisten Lücken mit gesunden Nachbarzähnen ist die Endpfeilerbrücke aus Metallkeramik das beste Verhältnis aus Halt, Optik und Preis.
Was ist eine Klebebrücke?
Ein anderes Wort für die Marylandbrücke: eine Brücke, die ohne Beschleifen an die Nachbarzähne geklebt wird, vor allem für Frontzähne geeignet.
